Subjektiver Objektivwechsel

Von der analogen hin zur KI generierten Fotografie

LOG-EINTRAG

Milena Findeis, KI

2/16/20263 min read

Vor mehr als einem Jahrzehnt bat mich Ivan, von ihm Fotoserien zu machen, er brauchte sie für sein Portfolio als Schauspieler. Ich wies ihn darauf hin, dass ich keine professionelle Fotografin bin, und wir trafen uns einige Male. Damals begleitete mich eine Nikon D7200 und D750

Während der Pandemie suchte ich online Kurse und Gespräche, die sich mit der Entwicklung der Fotografie beschäftigten.

2024 verschenkte ich meine Nikon Kameras samt Objektiven, da mir die Ausrüstung zu schwer geworden war. Mehr als einen Rucksack kann mein Rücken nicht tragen und bei meinen mehrtägigen Bahnreisen muss nebst der Kamera noch Platz für Kleidung, Zahnbürste, Notizblock etc. sein. Ich stieg auf Sony 6100 und RX100VII um, hatte aber bedingt durch die Betreuung meiner Mutter immer weniger Zeit und Muße zum Fotografieren. Im Jänner 2026 meldete sich Ivan wieder bei mir, er benötigte neue Fotos. Ich willigte ein.

Ende Jänner traf ich in Gleisdorf den Profi Fotografen Richard Mayr: "Ich verstehe es als Experiment, als neues Atelier meiner Profession als Fotograf. Ich betrachte die KI als Partnerin und lasse sie auf meine Fotografien reagieren, ohne sie detailliert zu instruieren. Ich möchte dadurch besser sehen können, wie dieses System von sich aus funktioniert. Was geschieht in einer Mensch-Maschinen-Kooperation?"

Was bewegt mich? Wie sich Ivans Gesicht innerhalb des letzten Jahrzehnts gewandelt hat. Ich sag ihm “Ich empfinde Dich heute als sanfter, zerbrechlicher”. Ich empfand eine innige Nähe während der letzten Fotosession mit Ivan. Ob diese auch durch die KI erfühlt wird?


Fotografie Übersicht mit KI

Die Geschichte der Fotografie ist eine rasante Entwicklung von physikalisch-chemischen Prozessen hin zur algorithmischen Bildgenerierung. Sie erstreckt sich von den ersten, stundenlang belichteten Metallplatten bis zu fotorealistischen Bildern, die in Sekunden durch Künstliche Intelligenz (KI) erzeugt werden.

Hier ist ein Überblick über die drei großen Epochen:

1. Die Anfänge der analogen Fotografie (19. & frühes 20. Jahrhundert)

  • Die Geburtsstunde: Die erste dauerhafte Fotografie gelang Joseph Nicéphore Niépce 1826/1827 mit einer Heliografie auf einer Zinnplatte, die Belichtungszeit betrug acht Stunden.

  • Daguerreotypie (1839): Louis Daguerre machte das Verfahren mit Silberplatten bekannt, was oft als offizielles Geburtsjahr der Fotografie gilt.

  • Kalotypie & Film: Parallel entwickelte Henry Fox Talbot die Kalotypie (Papiernegativ). Ende des 19. Jahrhunderts revolutionierte George Eastman mit Kodak die Fotografie durch Rollfilm und machte sie für die breite Masse zugänglich.

  • Charakteristika: Bilder entstanden durch Licht, das chemische Reaktionen auf lichtempfindlichem Material (Film/Platte) auslöste. Die Entwicklung erfolgte in der Dunkelkammer.

2. Die digitale Revolution (Ende 20. Jahrhundert bis 2010er)

  • Erste Schritte: Die ersten Digitalkameras wurden in den 1970er/80er Jahren entwickelt, aber erst in den 1990ern wurden sie kommerziell praktikabel (z.B. Kodak DCS 100, 1991).

  • Wandel: Licht wird nicht mehr chemisch, sondern von Sensoren (CCD/CMOS) in elektronische Signale umgewandelt.

  • Demokratisierung: Der Wegfall von Filmentwicklungskosten und die sofortige Verfügbarkeit der Bilder führten zu einer Explosion der Bildermenge, verstärkt durch Smartphones und soziale Medien.

3. KI-generierte Bilder & die moderne Ära (Ab ca. 2015/2020)

  • Der Wendepunkt: KI-Bildgenerierung nutzt maschinelles Lernen, um Bilder basierend auf Textbeschreibungen (Prompts) zu erstellen. Dies ist keine "Fotografie" im klassischen Sinne mehr (Malen mit Licht), sondern eine "Synthese" von Bildern.

  • Entstehung: Erste KI-Kunstsysteme wie AARON begannen bereits in den 1970er Jahren. Die moderne Welle begann jedoch erst mit Diffusion-Modellen (wie DALL-E, Midjourney, Stable Diffusion), die fotorealistische Ergebnisse liefern.

  • Fotografie heute: KI ist nun tief in Kameras und Handys integriert (Computational Photography), um Belichtung, Fokus und Rauschunterdrückung in Echtzeit zu verbessern.

Zusammenfassung des Wandels

  • Prozess: Licht

    Chemikalie

    Pixel

    Algorithmus.

  • Vertrauen: Analoge Fotos galten als "Beweis" der Realität. Im Zeitalter von KI wird die Frage nach der Echtheit ("Deepfakes") neu gestellt, was zu einer Renaissance der analogen Fotografie als "physischem Beweis" führt.

  • Rolle des Fotografen: Sie wandelt sich vom Handwerker (Dunkelkammer) zum Kurator und Prompt-Engineer, der KI-Tools steuert.

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IVAN, 2026 - Foto Milena Findeis

Ivan, 2014, Foto milena findeis